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Die Liste der Supercomputer

Roadrunner

Jedes Jahr im Juni und November wird eine neue Liste mit den schnellsten Supercomputern der Welt herausgegeben. Die Hersteller prahlen damit und in den Medien erscheinen Vergleiche wie „Ein sehr geduldiger User würde mit seinem Taschenrechner x Jahre für das benötigen, was dieser Megacomputer in einer einzigen Sekunde schafft.“

Die letzte dieser Aufstellungen aus dem Juni hat deswegen besondere Aufmerksamkeit erregt, weil erstmals das erreicht wurde, was für Bergsteiger wohl der ersten Besteigung des Mount Everest gleichkommt. Es wurde nämlich erstmals die Petaflop-Grenze übersprungen.

Mit Petaflop (Floating Point Operations per Second) wird eine Maßeinheit bezeichnet, welche die Geschwindigkeit von Computern oder Prozessoren darstellt, um genauer zu sein, die die Zahl der Rechenoperationen ausdrückt, die ein Computer in einer Sekunde schafft. Ein Rechner mit einer 3,0Ghz schneller Pentium IV CPU erreicht einen Wert von etwa 6 Gigaflops. Ein Gigaflop entspricht einer Milliarde Rechenoperationen pro Sekunde. Ein Petaflop ist gleich 1.000.000.000.000.000 Flops (1 Billiarde).

Der derzeitige Tabellenführer bekam den Beinamen „Roadrunner“. Gebaut wurde er von der Firma IBM und zwar für das Los Alamos Nationallaboratorium in New Mexico (USA). Er schafft gigantische 1,026 Petaflops. Dagegen stinkt man mit seinem Core Duo ganz schön ab. Man stelle sich vor, welch Hammerspiele auf so einem Computer laufen könnten, einmal ganz abgesehen von den „seriösen“ Anwendungen, die sicher auch möglich wären.

Richard Loft, der Direktor für Supercomputing am Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung (NCAR) in Colorado, bezweifelt dass Roadrunner mit mehr als 2% seiner Leistung laufen würde, wenn er die Klima- und Ozeanmodelle des Institutes berechnen müsste. Umgerechnet wären das dann „nur“ 20 bis 30 Teraflops. Immer noch sehr schnell, aber es würde aus dem Roadrunner mehr einen „Roadwalker“ machen. Loft sagt weiter, dass die Top500 Liste nicht wirklich nützlich wäre. Sie würde lediglich Aussagen über die Maximalfähigkeiten der Computer treffen. Damit sei aber noch nichts gesagt über deren Tauglichkeit für reale wissenschaftliche Kalkulationen. Das Problem sei, dass der Top500 Liste ein Jahrzehnte alter Benchmarktest namens „Linpack“ zugrunde liegt. Linpack besteht noch aus Fortran Code. Computerveteranen werden sich noch daran erinnern, zwischen den 70er und 90er Jahre des vergangenen Jahrtausends war Fortran ziemlich beliebt, heute ist es fast in Vergessenheit geraten. Linpack misst die Geschwindigkeit eines Prozessors anhand mathematischer Fließkommaberechnungen (also z.B. das Multiplizieren zweier großer Dezimalzahlen). Es wird jedoch keine Aussage darüber getroffen, mit welcher Gesamtperformance eine Anwendung berechnet wird, insbesondere dann nicht, wenn diese oft auf den Speicher oder die CPU zugreift.

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