Technologie
Neue Schlacht zwischen Google und Microsoft
Wer hat den besten Kartendienst? Google Earth oder Microsoft Virtual Earth?
Google und Microsoft hatten ja kürzlich erst ein Gefecht ausgetragen, als es um die Übernahme der Suchmaschine Yahoo durch Microsoft ging. Beide Firmen sind sich gegenseitig bekanntermaßen nicht sonderlich sympathisch. Microsoft versucht seit langem, die Vormachtstellung Googles im Suchmaschinenbereich zu durchbrechen.
Nun gibt es ein neues Feld, auf dem jede der beiden Firmen gerne die Nase vorn hätte: Die Satellitenphotos unseres Planeten. Wer wird die besseren und schärferen Bilder liefern? Beide Unternehmen haben sich jüngst durch neue strategische Partnerschaften auf diesem Sektor neu aufgestellt.
Es gibt sicherlich mehrere Möglichkeiten, um eine Online-Map zu bewerten. Wer liefert den besseren Rundumblick? Wie exakt fallen Wegbeschreibungen aus? Wer hat mehr Restaurant-Bewertungen zu bieten? Doch die meisten Nutzer werden die Qualität der Aufnahmen als wichtigstes Kriterium bezeichnen. Wie detailliert sind die Fotos und wie nah kann man bei akzeptabler Schärfe an ein Objekt, z.B. eine Straße heranzoomen? Und: Bekommt man scharfe Nahaufnahmen nur in Teilen des Kartenmaterials zu sehen, z.B. in Großstädten, oder werden auch ländlichere Gebiete gut dargestellt?
Sowohl Google als auch Microsoft haben nun aufgerüstet, um das Rennen für sich zu entscheiden. Microsoft hat dazu einen langjährigen Vertrag mit DigitalGlobe abgeschlossen, der dem Unternehmen den Zugriff auf eine Bibliothek aus über 450 Millionen Quadratkilometern an Erdaufnahmen sichert. Die Aufnahmen wird Microsoft für seine Dienste Virtual Earth und Live Search Maps verwenden.
Vor diesem Vertragsabschluss hatte allein Google Zugriff auf das Fotomaterial. Einige der Aufnahmen bieten eine feine Auflösung von 60cm pro Bildschirm-Pixel. Google nutzt die Bilder derzeit für Google Maps und Google Earth. Dadurch dass Microsoft nun dasselbe Material verwenden kann, besteht Waffengleichheit zwischen den beiden Konkurrenten.
Am Tag nach dem Vertragsabschluss konterte Google und zeigte die ersten Farbbilder, die vom Satelliten GeoEye 1 aufgenommen worden waren (siehe www.33y.de/geoeye-satellit-google-earth.html). Die Auflösung der Bilder ist mit 40cm pro Pixel höher als alles bisher da gewesene. Da Google sich die Exklusivrechte an den GeoEye-1 Bildern für kommerzielle Zwecke langfristig gesichert hat, ist das Unternehmen Microsoft wieder einen Schritt voraus. Der GeoEye-1 Satellit ist in der Lage, täglich etwa 900.000 Quadratkilometer abzufotografieren (Deutschland hat eine Fläche von 357 092 km²). Allerdings sind nicht alle Bilder brauchbar, da regelmäßig etwa die Hälfte der Erdoberfläche mit Wolken bedeckt ist.
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