Software
Der neue Firefox 3.1 mit TraceMonkey
Der erst kürzlich erschienene Firefox 3 Browser von Mozilla soll noch schneller werden. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Früchte eines zwei Monate andauernden Projektes zur Beschleunigung von JavaScript, in den neuen Firefox 3.1 implementiert wurden. In einigen Benchmark Tests hätten sich gegenüber der Version 3.0 bis zu 40-fach schnellere Geschwindigkeiten ergeben. Der neue JavaScript Interpreter sei demnach etwa 2,4 Mal schneller als der von Apples eigenem Browser Safari. Mozilla nennt die neue Errungenschaft „TraceMonkey“. Damit sollen Web-Anwendungen möglich sein, die bislang noch viel zu träge ablaufen. „Wir sorgen dafür, das JavaScript von der Bildfläche verschwindet, solange es für die Performance wichtig ist“, sagte Mike Shaver, der Chefingenieur von Mozilla. Er wies auf eine Foto Bearbeitungs-Demo hin, das zeigen soll, was „TraceMonkey“ geschwindigkeitsmäßig auf dem Kasten hat.
Der Browser soll künftig nämlich auch wie ein rudimentäres Photoshop verwendet werden können. Ein Bild zu bearbeiten benötigt normalerweise für jeden einzelnen Schritt eine gewisse Zeit. Mit TraceMonkey würde man einem schnellen, interaktiven Werkzeug sehr nahe kommen. Es wurde ein Video vorgestellt, in dem ein direkter Vergleich zwischen Firefox 3 und Firefox 3.1 mit TraceMonkey zu sehen ist. In Firefox 3.1 ist TraceMonkey derzeit noch deaktiviert, da es sich gegenwärtig im Alphazustand befindet. Für September 2008 sei der Sprung in den Betazustand anvisiert. Die schnelle JavaScript Engine soll dann während der Laufzeit von Firefox 3.1zugeschaltet werden. So ist es zumindest geplant. Als vorläufiger Zeitpunkt für die Veröffentlichung des neuen Firefox 3.1 ist Ende 2008/Anfang 2009 anvisiert.
Bei den Benchmarks hatte der FF 3.1 beispielsweise bei SunSpider (ein JavaScript Benchmark Test) einen zwischen 1,8 und 37,5 Mal besseren Wert erreicht als der FF 3.0. Und das obwohl der FF 3.0 ebenfall schon JavaScript beschleunigt ist. Bei Mozilla räumte man ein, dass Benchmark Tests nicht alles seien, aber man sei sich sicher, dass die Anwender von der Geschwindigkeit des neuen Firefox mit TraceMonkey beeindruckt sein werden. Es gäbe nach wie vor viel Spielraum nach oben, entscheidend sei, wie schnell am Ende die konkreten Anwendungen laufen. Ziel von Mozilla mit TraceMonkey sei es, JavaScript Code annähernd so schnell auszuführen wie es bei nativen Anwendungen der Fall sei, beispielsweise bei kompiliertem C++ Code. Es gäbe keinen Grund zu der Annahme, dass dies in den nächsten Jahren nicht möglich sein sollte.
TraceMonkey basiert auf einer Technik, die an der Universität von Kalifornien entwickelt wurde. Andere Browser-Entwickler, insbesondere die, die an WebKit arbeiten, der Open Source Engine, die in Apples Safari läuft, hatten dieses Jahr bereits damit geprahlt, signifikante Geschwindigkeitsverbesseungen bei der Ausführung von JavaScript Code erzielt zu haben. Im Juni 2008 hatten WebKit Programmierer einen neuen JavaScript Interpreter namens „SquirrelFish“ angekündigt, der 1,6 Mal schneller sein soll als der Interpreter der aktuellen Safari Version 3.1. „Wir können die Performance anderer Browser nicht beeinflussen“, hieß es bei Mozilla auf die Frage, warum man bisher noch den direkten Vergleich mit anderen JavaScript Interpretern scheue. Alle Browser hätten ihre JavaScript Geschwindigkeit verbessert, man habe sich auf die eigenen Tests fokussiert.
Der Firefox 3.1 kann mit deaktiviertem TraceMonkey auf der Entwicklerseite von Mozilla runtergeladen werden.