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Es gibt auch ein Leben jenseits von Internet Explorer oder Firefox (05.12.2008)

Die ganze Welt spricht nur noch von Internet Explorer, Firefox, Safari oder Chrome. Die ganze Welt? Nein, es gibt nach wie vor Browser, die nicht aus dem Hause Microsoft, Mozilla, Apple oder Google stammen. Sie fristen sicherlich ein Nischendasein, aber es wäre geradezu tragisch, ganz an ihnen vorbeizugehen.

Wenn Microsoft, Mozilla oder Apple neue Versionen ihrer Browser vorstellen, ist das Interesse der Öffentlichkeit stets groß. Das ist verständlich, denn deutlich über 95% aller Nutzer verwenden einen Browser dieser drei Marktführer (siehe auch www.33y.de/browser-marktanteile-november2008.html). Nimmt man noch Googles Chrome und Opera hinzu, ist die 100% Marke schnell erreicht, spätestens wenn man noch die diversen Linux Browser mit ins Boot holt.

Dabei gibt es wirklich gute alternative Browser, bei denen viele nicht einmal deren Namen kennen. Vielleicht sind diese Browser für einige Nutzer sogar besser als der etablierte Browser, den man aktuell gerade einsetzt. Folgende Browser sind einen genaueren Blick wert: Camino (Mac), Maxthon (PC), OmniWeb (Mac) und Shiira (Mac). Welcher davon am besten für einen selbst geeignet ist, hängt vor allem davon ab, was man sich von seinem Browser erwartet. Aber jeder der hier vorgestellten Browser hat eigene Merkmale, die ihn von anderen Produkten abheben.

Camino 1.6.4

Camino ist ein open-source Browser, der auf Mozillas Gecko Engine basiert. Dieser Browser, der nur für den Mac zur Verfügung steht, ist einfach gehalten und ebenso einfach zu bedienen und hat doch die volle Funktionalität. Vom Look&Feel kommt er rüber ähnlich wie Apples Safari oder der Firefox. Man kommt binnen Sekunden gut mit ihm zurecht. Der Vorteil für Mac-Nutzer ist natürlich, dass dieser Browser speziell für Apple-Rechner entworfen wurde und nicht wie der Firefox portiert werden musste. Beim Arbeiten mit Camino bekommt man den Eindruck, dass die Entwickler nicht simpel alle Merkmale des Firefox kopieren wollten, sondern sich auf die Kernbereiche des Browsings konzentriert haben. Dadurch konnte der Code schön schlank gehalten werden, was der Performance und Stabilität zu Gute kommt.

Camino sticht sicher nicht wegen zahlreicher peppiger Features hervor. Er hat einige sinnvolle, wenn auch nicht einzigartige Merkmale, die aber äusserst gut zu gebrauchen sind. Mit Camino kann man beispielsweise alle Seiten, die gerade in Tabs geöffnet sind, speichern und diese beim nächsten Mal genau so wieder öffnen - in derselben Position. Das ist ein nettes Merkmal, das sehr hilfreich ist, wenn man regelmäßig die selben Seiten beobachtet.

Davon abgesehen bewegen sich die Merkmale und die Einstellungsmöglichkeiten im Rahmen des Üblichen. Schön ist, dass man in den Optionen Flash-Animationen und Werbebanner blocken kann. Alles in allem überzeugt Camino aufgrund der unwiderstehlichen Kombination aus Schlichtheit und Funktionalität. Camino ist konsequent auf ein geradliniges Surf-Vergnügen ausgelegt, genau der richtige Browser für diejenigen, die mit dem Teil vor allem im Internet surfen möchten. Ein Tipp also für alle, die auf dem Standpunkt stehen mit einem Handy sollte man hauptsächlich telefonieren können.

Da der Browser nicht mit vielen Funktionen überfrachtet ist, verwundert es nicht, dass er sehr stabil und schnell läuft. Mit Flash-Inhalten, Skripten und andere komplexe Inhalte kommt Camino bestens klar. Im Vergleich zu den anderen Mac-Browsern, also Safari, Firefox und Shiira ist Camino bei vielen Seiten der schnellere Browser, insbesondere wenn es sich um Seiten mit vielen Flash- oder anderen Animationen handelt. Für Camino gibt es ähnlich wie beim Firefox auch einige Addons, so dass Aussehen und Funktionalität verändert bzw. erweitert werden können.

Camino wird nicht jedem gefallen. Wer möglichst viele Features haben möchte, fährt sicher mit dem Firefox besser. Aber wer schnörkellos und stressfrei im Netz unterwegs sein möchte, sollte Camino einmal antesten.

Maxthon 2.1.4

Wenn Sie einen Browser suchen, der vor Funktionen nur so strotzt, der aber nicht gerade schön aussieht und ein wenig konfus beim Konfigurieren macht, dass ist Maxthon der Browser ihrer Wahl. Er verfügt so ziemlich über jedes Feature, über das die anderen Browser auch verfügen und darüber hinaus über einige einmalige Extras. So gibt es einen „file sniffer“, mit dem man ganz leicht YouTube Videos runterladen kann, was bei anderen Browsern nur über Umwege möglich ist. Auch kann man mit Maxthon ein Notepad öffnen, um mal eben Text von einer Homepage abzuspeichern, ohne gleich eine andere Textverarbeitung öffnen zu müssen bzw. die komplette Seite abspeichern zu müssen, was bei anderen Browsern der gängige Weg ist.

Power-Nutzer werden ihn lieben, wer eher auf ein edles Design Wert legt, wird sich kaum mit ihm anfreunden können. Der Browser ist äusserlich geprägt von zahlreichen Menüs, toolbars und icons und ähnlichen Dingen, die etwas verwirren können. Es ist so ziemlich das Gegenteil von Chrome. Die Unordnung hat aber ihren Grund: Maxthon verfügt über so viele Features, die auch irgendwo untergebracht werden müssen. Es gibt viele gute Funktionen für das Surfen per Tabs, man kann Shortcuts kreieren, um Seiten künftig per Tastendruck anzusteuern und man kann den Browser durch Maus-Gesten bedienen. Diesen Browser sollte man in jedem Fall mal antesten.

[Fortsetzung]


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